Für Studierende

Lehrkonzept
(Version 2020)
Gregor Reisch: Typus Logice, aus Margarita Philosophica, um 1508.

Diskussionsleitung

Die „Society for Women in Philosophy Germany“ hat exzellente Tipps für die Leitung von Diskussionen (auf der hier verlinkten Seite). In manchen meiner Seminare ist Diskussionsleistung Teil der Seminarleistungen. Deswegen bitten ich Sie, sich diese Tipps anzusehen und im Seminar sowie bei der Betreuung einzufordern, dass diesen Richtlinien gefolgt wird.

So werden Sie bewertet

A. Hausarbeiten & Essays

Plagiate: Plagiate, auch Teilplagiate, sind kein Kavaliersdelikt. Sie werden von der Universität juristisch verfolgt, und ich übergebe diese Fälle an die notwendigen Stellen. Jede Arbeit wird daher auf Plagiate überprüft. Mögliche Folgen und rechtliche Grundlagen sind in der Prüfungsordnung nachzulesen. In letzter Konsequenz kann ein Plagiat zum Ausschluss vom Studium führen. 

  • Note 1: Eine mit 1 bewertete Arbeit ist so geschrieben, dass man sie laut vor anderen vorlesen könnte. Sie ist klar und organisiert, so dass die einzelnen Schritte der Argumentation und das Ziel der Argumentation unmissverständlich klar sind. Die Arbeit bezeugt eine enge und kritische Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur, stellt diese konzentriert und didaktisch dar, nutzt einleuchtende, passende und spezifische Beispiele, bezieht unterschiedliche Texte und Diskussionen inhaltlich auf einander und besteht daneben aus überzeugenden, eigenständigen, rationalen Argumenten, die sensibel für begriffliche, sprachliche und argumentative Feinheiten sind. Die Argumente und Beispiele zeigen Sensibilität, Recherche-Tiefe, Rationalität, Kreativität, Originalität und den Willen, das Thema der Arbeit didaktisch vermitteln zu wollen.
  • Note 2: Eine mit 2 bewertete Arbeit zeigt viele der Eigenschaften einer Einser-Arbeit, aber hat Mängel entweder in Organisation, Klarheit, Formulierung oder Präsentation der Argumente. Die Recherche mag an einigen Stellen oberflächlich sein, sie ist aber nicht falsch oder verfälschend. Einige Arbeiten in dieser Kategorie sind solide, haben einige gute Einsichten oder zeigen eigenständige Gedanken und Verknüpfungen. Zweier-Arbeiten verfehlen es jedoch, diese hinreichend klar und gut strukturiert zu vermitteln, und zeigen Schwächen im Schriftstil, Organisieren, Recherchieren, Vermitteln, Argumentieren, oder dem Umgang mit Gründen und Belegen, ohne gravierende Fehler zu haben.  
  • Note 3: Eine mit 3 bewertete Arbeit zeigt nicht viel mehr als eine Zusammenfassung von Ideen und Informationen, die innerhalb des Seminars vermittelt wurden. Eine Dreier-Arbeit hat Mängel in der Recherche und der Präsentation, ist unklar geschrieben und schlecht organisiert oder setzt sich nur oberflächlich mit den Texten und Themen auseinander.
  • Note 4: Während bei Arbeiten im Einser- bis Dreier-Bereich die Präsentation bei der Bewertung im Vordergrund steht, zeigen Arbeiten im Vierer-Bereich starke Mängel im Umgang mit dem Kursmaterial, dem Fachvokabular oder den Standards wissenschaftlichen Arbeitens und Vermittelns. 
  • Nicht bestanden: Eine mit 5 bewertete Arbeit lässt inhaltliche Kompetenz und Anstrengung vermissen. 

(Beachten Sie auch Nick Byrd‘s Grading Shortcuts

B. Mündliche Prüfungen

In mündlichen Prüfungen (MP) wird die Kenntnisse vorher festgelegter Inhalte abgeprüft. Es wird mit allgemeinen Fragen zum Text angefangen. Anhand der Beiträge der Studierenden werden Nachfragen gestellt und teils über den Text hinaus philosophisches Wissen abgefragt.

  • Note 1: In einer mit 1 bewerteten MP zeigen Studierende ausgesprochen detaillierte Kenntnis der Texte und darüber hinaus. Fragen werden direkt mit dem richtigen Vokabular und geschliffener Sprache beantwortet. Argumente, Experimente und begriffliche Unterscheidungen können reproduziert werden. Man zeigt eine Sensibilität für begriffliche und exegetische Feinheiten. Es wird eine eigene Stellung zu den Texten bezogen und diese bei Kritik entweder verteidigt oder begründet revidiert.
  • Note 2: In einer mit 2 bewerteten MP zeigen Studierende Kenntnis der Texte und des Fachvokabulars, aber beziehen keine eigene Stellung, argumentieren nur dürftig oder es unterlaufen Fehler.  
  • Note 3: In einer mit 3 bewerteten MP kommen massive Fehler zu Tage, sowohl argumentativ als auch in der Kenntnis des Materials. Dennoch können weite Teile korrekt durchdacht wiedergegeben werden.
  • Note 4: Starke Mängel im Umgang mit dem Kursmaterial, dem Fachvokabular, der Argumentation und Präsentation.
  • Nicht bestanden: Eine mit 5 bewertete MP lässt inhaltliche und argumentative Kompetenz vermissen.

C. Teilnahme & Mitarbeit

Rationales Diskutieren und Argumentieren sind philosophische Kernkompetenzen. Wie Sie sich in Diskussionen einbringen, kann sich positive auf Ihre Endnote auswirken. Ich ermutige Sie, sich zu beteiligen. (Fehlende Beteiligung wird sich nicht negativ auf Ihre Endnote auswirken.) Folgende Kriterien lege ich für die Qualität von Beiträgen an:

  • Gut: Gut mitarbeitende Studierende nehmen an jeder Sitzung dadurch Teil, dass sie Fragen stellen und ihre Kenntnisse der Texte und thematischen Hintergründe in die Diskussion einfließen lassen. Sie greifen die Beiträge und Ideen der Texte und anderer Student*innen auf, respektieren die Meinung anderer, und argumentieren rational, mit den richtigen Begriffen und Unterscheidungen und bezogen auf das Thema der Sitzung. Sie heben die Diskussion durch ihre Beiträge auf ein höheres Niveau – unter anderem dadurch, dass sie die Beiträge anderer Student*innen in ihren eigenen Wortmeldungen zusammen- und auffassen.
  • Ausbaufähig: Studierende, deren Teilnahme ausbaufähig ist, kommen vielleicht nicht zu allen Sitzungen oder kommen nicht zu jeder Sitzung so vorbereitet, dass sie durch Fragen oder Beiträge eine tiefe Kenntnis des Textes aufweisen können. Sie warten häufig passiv darauf, dass andere Themen oder Aspekte anschneiden, um diese dann zu elaborieren. Sie sind höflich und wortgewandt, hören aber nicht immer hinreichend gut auf andere und lenken dadurch die Diskussion von ihrem Kurs ab. 
  • Befriedigend: Befriedigend teilnehmend Studierende nehmen zwar regelmäßig an Sitzungen teil, aber nicht an allen oder beteiligen sich nur unwillig und spröde an den Sitzungen, sind aber inhaltlich vorbereitet und können so bei direkter Ansprache Beiträge leisten.
  • Mangelhaft: Mangelnde Mitarbeit zeichnet sich dadurch aus, dass nicht regelmäßig an Sitzungen aktiv teilgenommen wird und man sich nicht auf die Texte vorbereitet.